Der Verkehrsinfrastrukturbericht 2027 bildet die Grundlage für die Budgetierung und Priorisierung der im kommenden Jahr vorgesehenen Investitionen in die staatliche Verkehrsinfrastruktur. Im Vordergrund der Tätigkeiten des Landes im Strassenbauwesen stehen der Werterhalt des bestehenden Netzes, die Verbesserung der Verkehrssicherheit sowie gezielte Ausbauten, insbesondere zugunsten des öffentlichen Verkehrs und des Fuss- und Radverkehrs.

Der Unterhalt und die Weiterentwicklung der Verkehrsinfrastruktur zählen zu den zentralen staatlichen Daueraufgaben. Sie gewährleisten, dass die heutigen und künftigen Mobilitätsbedürfnisse von Bevölkerung und Wirtschaft zuverlässig, sicher und zweckmässig abgedeckt werden können.

Knapp die Hälfte des liechtensteinischen Hauptstrassennetzes befindet sich in einem guten Zustand. Gleichzeitig weist etwa die Hälfte des Netzes nur einen ausreichenden oder kritischen Zustand auf. Die Erneuerungsinvestitionen müssen deshalb auch in den kommenden Jahren auf hohem Niveau fortgeführt werden, um die Funktionsfähigkeit des Netzes langfristig zu sichern und den Anteil der Strassen in schlechtem Zustand weiterhin tief zu halten.

Die Schwerpunkte des Bauprogramms 2027 liegen auf der Erneuerung überalterter Strassenabschnitte, der koordinierten Erneuerung von Werkleitungen, Verbesserungen für den Fuss- und Radverkehr, Massnahmen zur Busbevorzugung sowie dem barrierefreien Ausbau von Bushaltestellen. Grössere langfristige Vorhaben, wie die Verbindungsstrasse Vaduz-Triesen, der Rheinübergang Vaduz-Sevelen sowie die Bus- und Radverkehrsanlagen in Schaanwald, werden laufend weiterentwickelt oder stehen kurz vor der Realisierung.

Im Budget 2027 sind für Strassenverbesserungen und Neubauten Investitionen von CHF 13.9 Mio. vorgesehen. Für den Strassenunterhalt sind CHF 4.35 Mio. und für den Unterhalt von Brücken und Stützbauten sind CHF 1.8 Mio. eingestellt. Das im Vergleich zu den Vorjahren deutlich tiefere Budget für Brücken und Stützbauten erklärt sich dadurch, dass derzeit primär die Strategie verfolgt wird, Bauwerke soweit möglich im Rahmen ohnehin anstehender Strassenerneuerungen zu überprüfen und instand zu setzen.

Mit dem Bauprogramm 2027 verfolgt die Regierung eine klare Prioritätensetzung: Die bestehende Infrastruktur wird rechtzeitig erhalten und modernisiert, während Ausbauten gezielt dort vorgesehen werden, wo sie die Verkehrssicherheit, die Leistungsfähigkeit und die nachhaltige Mobilität wesentlich verbessern.

Der Verkehrsinfrastrukturbericht 2027 verdeutlicht, dass der Schwerpunkt nicht auf einer generellen Ausweitung des Strassenangebots liegt, sondern auf einem sorgfältig abgestimmten Erhalt, einer bedarfsgerechten Modernisierung und punktuellen Verbesserungen des bestehenden Verkehrsnetzes.

Der Bericht und Antrag kann bei der Regierungskanzlei oder über deren Homepage (www.rk.llv.li) bezogen werden.