Gemeinsam mit dem Liechtensteinischen Bankenverband und dem Liechtensteinischen Entwicklungsdienst veranstaltete das Amt für Auswärtige Angelegenheiten am 2. November 2026, eine öffentliche Veranstaltung unter dem Titel «Mehr Wirkung, zusätzliche Finanzierung: Die Zukunft der Entwicklungszusammenarbeit». Im Fokus standen neue Finanzierungsansätze und das Potenzial der Zusammenarbeit von Staat, Zivilgesellschaft und Privatwirtschaft.

Die internationale Entwicklungszusammenarbeit sieht sich mit tiefgreifenden Veränderungen konfrontiert. Während globale Herausforderungen wie Armut, Konflikte, Klimawandel und wirtschaftliche Instabilität weiterhin grosse Investitionen erfordern, geraten öffentliche Entwicklungsgelder zunehmend unter Druck. Vor diesem Hintergrund luden das Amt für Auswärtige Angelegenheiten, der Liechtensteinische Bankenverband und der Liechtensteinische Entwicklungsdienst am 2. November zu einer Veranstaltung im Rathaussaal in Vaduz ein, an der aktuelle Entwicklungen, innovative Finanzierungsinstrumente und neue Formen der Zusammenarbeit diskutiert wurden.

Regierungschefin-Stellvertreterin Sabine Monauni eröffnete die Veranstaltung und hob die Bedeutung eines gemeinsamen Vorgehens für nachhaltige Entwicklung hervor. Die Agenda 2030 und ihre Nachhaltigkeitsziele machen deutlich, dass öffentliche Gelder allein nicht ausreichen werden, um die weltweit notwendigen Investitionen zu finanzieren. Daher gewinnt die Zusammenarbeit zwischen öffentlicher Hand, Entwicklungsakteuren und Privatwirtschaft zunehmend an Bedeutung. Sie betonte in ihren Grussworten, dass Entwicklungszusammenarbeit nicht nur Ausdruck internationaler Solidarität sei, sondern auch zur Förderung von Stabilität, Sicherheit und wirtschaftlichen Perspektiven beitrage. Gleichzeitig verwies sie auf das Potenzial des liechtensteinischen Finanzplatzes, mit innovativen Finanzierungsmodellen einen Beitrag zu leisten. Dabei erklärte sie: „Wenn wir über globale Entwicklung sprechen, sprechen wir heute nicht mehr nur über klassische Entwicklungszusammenarbeit. Wir sprechen auch über Investitionen, über Innovation und über die Frage, wie unterschiedliche Akteure ihre jeweiligen Stärken einbringen können, um gemeinsam Wirkung zu erzielen.“

Im Anschluss an das Grusswort widmeten sich zwei Impulsvorträge aktuellen Entwicklungen im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit und -Finanzierung. Die Referenten, Martin Ewald und Maximilian Michael, zeigten auf, welche Rolle innovative Partnerschaften und neue Finanzierungsmodelle künftig spielen können, um die Ziele nachhaltiger Entwicklung zu erreichen. Dabei wurde insbesondere die Bedeutung von Ansätzen wie Blended Finance hervorgehoben, welche öffentliches und privates Kapital gezielt miteinander verbinden. Ausserdem wurde aufgezeigt, in welchen Bereichen der öffentlichen Entwicklungszusammenarbeit ein besonders deutlicher gegenseitiger Nutzen der Geber- und Empfängerländer besteht.