Regierungschefin Brigitte Haas und Innenminister Hubert Büchel stellten am Montag, 8. Juni 2026, die Strategie der Regierung für eine integrierte Sicherheitspolitik vor. Angesichts der veränderten Lage in Europa setzt Liechtenstein auf einen Ansatz, der Staat, Wirtschaft und Bevölkerung einbindet. Die Strategie umfasst fünf Handlungsfelder sowie strategische Ziele und verschiedene Massnahmen. Die Regierung unterstreicht, dass Sicherheit gemeinsam gestaltet werden muss: durch staatliches Handeln, wirtschaftliche Resilienz und durch die Eigenverantwortung jedes Einzelnen.
Sicherheitslage in Europa hat sich verschlechtert
Die sicherheitspolitische Lage in und um Europa hat sich nachhaltig verschlechtert. Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine, globale Machtverschiebungen und die Neuorientierung der transatlantischen Beziehungen sowie regionale Konflikte bzw. kriegerische Auseinandersetzungen im Nahen Osten mit unmittelbaren Auswirkungen auf Europa markieren eine Zäsur für die europäische Friedens- und Sicherheitsordnung.
Bedrohungen sind vielfältiger und unberechenbarer, die Eintretenswahrscheinlichkeiten höher und das potenzielle Schadensausmass werden grösser. Vor diesem Hintergrund hat sich in Europa die Einsicht durchgesetzt, dass deutlich mehr Mittel in die Sicherheitspolitik und insbesondere die militärische Verteidigung fliessen müssen.
Sicherheit gemeinsam gestalten
Vor diesem Hintergrund verfolgt Liechtenstein eine integrierte Sicherheitspolitik mit der Vision: «Liechtenstein ist ein sicheres Land und verlässlicher Partner. Mit der integrierten Sicherheitspolitik stärken wir den gesellschaftlichen Zusammenhalt, die demokratischen Grundwerte und das Vertrauen in die staatlichen Institutionen. Wir sichern die wirtschaftliche und soziale Stabilität.»
Die Strategie verbindet damit staatliches Handeln mit der Verantwortung von Wirtschaft und Gesellschaft und richtet sich an gemeinsamen Werten aus: Menschenwürde und Solidarität, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, Partizipation und Zusammenhalt, Nachhaltigkeit und Verantwortung sowie Resilienz und Innovation. Diese Werte bilden das Fundament für Stabilität, Vertrauen und langfristige Handlungsfähigkeit.
Die Regierung initiiert und steuert diesen Prozess. Die Verwaltung erarbeitet die strategischen Grundlagen und sorgt für die Umsetzung. Wirtschaft, Wissenschaft und Bevölkerung werden aktiv einbezogen. Sicherheit wird damit nicht delegiert, sondern im Dialog gestaltet – klar geführt, breit abgestützt und gemeinsam getragen.
Fünf Handlungsfelder, 13 strategische Ziele und 34 Massnahmen
Die Strategie umfasst insgesamt fünf Handlungsfelder, 13 strategische Ziele und 34 Massnahmen. Diese reichen von der Stärkung der Krisenorganisation und der Krisenantizipation über die Härtung der kritischen Infrastrukturen, den Ausbau der Kooperationen mit anderen Staaten, die Stärkung des sozialen Zusammenhalts bis zum Umgang mit kriegerischen Auseinandersetzungen.
Was kann ich beitragen?
Katastrophen und Notlagen sind selten vorhersehbar. In einer Notsituation werden Sie mit grundlegenden Fragen konfrontiert, die sich im Alltag nicht stellen.
Wo kann ich mich über die Situation informieren? Wie kontaktiere ich meine Angehörigen? Wohin gehe ich? Was nehme ich mit?
Entsprechend wichtig ist die Eigenverantwortung jedes Einzelnen, welche beispielsweise mit der Kenntnis der Notfalltreffpunkte und der Notrufnummern sowie der Erstellung eines persönlichen Notfallplanes wahrgenommen werden kann. Er hilft Ihnen, in Notsituationen schnell und richtig zu reagieren.
Der Notvorrat ist eine einfache, eigenverantwortliche Vorbereitungsmassnahme für den Krisenfall. Damit kann jeder Haushalt die eigene Versorgung mit lebenswichtigen Gütern für einige Tage sicherstellen.
Weitere Informationen zur Sicherheitsstrategie und der persönlichen Vorsorge finden Sie unter: www.gemeinsam-sicher.li und www.notfalltreffpunkt.li.