Die Regierung hat das Konzept für den Aufbau eines nationalen Gesundheitsstabs zur Bewältigung gesundheitsbezogener Krisensituationen zur Kenntnis genommen. Mit dem Gesundheitsstab wird eine dauerhaft verankerte fachliche Krisenorganisation geschaffen, die bei Ereignissen wie Ausbrüchen von Infektionskrankheiten oder anderen Lagen mit erheblichen Auswirkungen auf die Gesundheitsversorgung rasch handlungsfähig ist.
Das Amt für Gesundheit wird beauftragt, die Umsetzung des Konzepts und den Aufbau des Gesundheitsstabs im Rahmen der bestehenden Führungsstrukturen in Liechtenstein zu koordinieren. Der Gesundheitsstab soll sich in einer Krisensituation gezielt um die gesundheitsbezogenen Aspekte kümmern – etwa um die Rekrutierung zusätzlicher Fachkräfte, die Beschaffung von Medikamenten, die Erhöhung von Aufnahmekapazitäten im Gesundheitswesen, die Sicherstellung der Patientenversorgung oder die Erarbeitung gesundheitspolitischer Massnahmenvorschläge zuhanden der Regierung.
Die Erfahrungen mit dem während der Coronavirus-Pandemie eingerichteten Pandemiestab haben den Bedarf an einer dauerhaft vorbereiteten Fachorganisation im Gesundheitsbereich deutlich gemacht. Die neue Struktur löst den bisherigen Pandemiestab ab.
Der neue Fachstab Gesundheit steht unter der Leitung des Amtes für Gesundheit. Er setzt sich zusammen aus Vertreterinnen und Vertretern der Institutionen des Gesundheitswesens, aus relevanten Ämtern und Dienststellen der Landesverwaltung sowie aus Fachexpertinnen und Fachexperten. Letztere werden je nach Ereignis beigezogen, damit je nach Lage das erforderliche Spezialwissen rasch verfügbar ist.
Je nach Lage nimmt der Gesundheitsstab eine unterschiedliche Rolle ein. In der normalen Lage bereitet er Strukturen, Abläufe und Grundlagen vor. In einer gesundheitsbezogenen besonderen Lage – beispielsweise bei einer starken Belastung des Gesundheitswesens durch den Ausbruch einer Infektionskrankheit – kann er die fachliche Ereignisbewältigung leiten. In einer ausserordentlichen Lage ist er dem Landesführungsstab unterstellt und bringt dort die gesundheitliche Fachexpertise ein. Das Konzept fügt sich damit nahtlos in die bestehende Führungsorganisation des Landes ein.