Der Ausschuss für Finanzmarktstabilität (AFMS) tagte am Montag, 22. Juni 2026 in Vaduz zu seiner 29. Sitzung. Im Mittelpunkt der Beratungen standen der aktuelle Konjunktur- und Risikoausblick, Entwicklungen im liechtensteinischen Finanzsektor sowie ausgewählte makroprudenzielle Fragestellungen.

Vor dem Hintergrund eines weiterhin von Unsicherheiten geprägten internationalen Umfelds erörterte der AFMS die Entwicklungen der globalen Wirtschaft und der Finanzmärkte sowie deren mögliche Auswirkungen auf Liechtenstein. Der liechtensteinische Finanzplatz zeigt sich in diesem Umfeld weiterhin stabil und insgesamt widerstandsfähig, wobei die Entwicklungen weiterhin sorgfältig beobachtet werden.

Der AFMS nahm zudem aktuelle Analysen zum Bankensektor zur Kenntnis. Dabei wurden sowohl Aspekte der Kapitalisierung als auch Fragen des Liquiditätszugangs in Stresssituationen thematisiert. Die Analysen unterstreichen die insgesamt solide Ausgangslage des Finanzsektors, wobei von den AFMS-Mitgliedern gleichzeitig die Bedeutung eines umsichtig ausgestalteten Rahmens für die weitere Stärkung der Resilienz betont wurde. Die entsprechenden laufenden Arbeiten und vertieften Analysen werden fortgeführt.

Zudem befasste sich der AFMS mit internationalen Entwicklungen und Empfehlungen, insbesondere im Zusammenhang mit der Art.-IV-Konsultation des Internationalen Währungsfonds (IWF), und erörterte mögliche Prioritäten für die weitere Umsetzung sowie den fachlichen Austausch mit internationalen Institutionen.

Makroprudenzielle Beschlüsse und weitere Arbeiten

Im Bereich der makroprudenziellen Politik empfiehlt der AFMS auf Basis der aktuellen Analysen, den antizyklischen Kapitalpuffer (AZKP) unverändert bei 0% des Gesamtrisikobetrags zu belassen. Die vorliegenden Indikatoren lassen derzeit keine Anzeichen für ein übermässiges Kreditwachstum erkennen. Eine entsprechende Empfehlung wurde veröffentlicht.

Darüber hinaus behandelte der Ausschuss Fragen der europäischen Koordination makroprudenzieller Politik, einschliesslich der Festlegung wesentlicher Drittländer für den Bankensektor sowie Fragen der reziproken Anerkennung makroprudenzieller Massnahmen in anderen EWR-Ländern. Weitere Arbeiten, unter anderem zu methodischen Fragen zur Festlegung des Kapitalpuffers bei systemrelevanten Instituten, werden fortgesetzt.

Abschliessend befasste sich der AFMS mit den geplanten inhaltlichen Schwerpunkten des Finanzstabilitätsberichtes 2026, der im Herbst veröffentlicht wird und eine vertiefte Analyse der Finanzmarktstabilität in Liechtenstein bietet.

Informationen zum AFMS

Der Ausschuss für Finanzmarktstabilität ist das zentrale Gremium der makroprudenziellen Aufsicht in Liechtenstein. Seine Aufgabe besteht darin, identifizierten Systemrisiken mit geeigneten makroprudenziellen Instrumenten, Empfehlungen und Risikohinweisen entgegenzuwirken und damit die Finanzmarktstabilität in Liechtenstein zu stärken. Die Mitglieder des AFMS werden von der FMA sowie dem Ministerium für Präsidiales und Finanzen in den Ausschuss entsendet.